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Willst Du wissen, wie Dein Körpergefühl Euer Pferdetraining beeinflusst

Vielleicht kennst Du es ja, dass manchmal bestimmte Übungen einfach nicht funktionieren – und Du einfach nicht weißt warum.

Heute möchte ich mit Dir darüber nachdenken, woran das liegen kann. Und was Du dagegen tun kannst.

Film ab!

Meinen ersten Tipp hast Du bestimmt schon häufiger gehört: Lass Dich beim Training filmen.

Ich weiß, dass viele Leute damit nichts anfangen können, weil sie sich selbst nicht gerne vor der Kamera sehen und sich nicht hören wollen. Ob Du es glaubst oder nicht: Auch mir geht das so.

Obwohl ich mittlerweile ziemlich viel Erfahrung vor der Kamera habe, schaue ich mir meine Videos immer noch nicht gerne an.

Aber vor allem wenn eine bestimmte Lektion gar nicht funktioniert oder Du am letzten Feinschliff arbeiten möchtest, kann es Wunder wirken sich selbst einmal bei der Ausführung der Übung zuzusehen.

Denn oft haben sich in unserer Körpersprache Widersprüchlichkeiten eingeschlichen, die das Pferd nicht mehr richtig deuten kann. Oft sehe ich es beispielsweise, dass Menschen regelrecht daran verzweifeln, dass ihr Pferd beim Zirkeln immer wieder zu ihnen hinein kommt.

Betrachtet man die Situation von außen ist der „Fehler“ aber schnell gefunden: Entweder die Hinterhand wird mit dem Seil (oder dem Blick – das reicht bei manchen Pferden schon!) nach außen getrieben, wodurch die Vorhand nach innen kommt oder die nach vorne gerichtete Schulter wird leicht vor das Pferd geschoben und ihm so die Tür zugemacht.

Natürlich gibt es noch hunderte solcher feiner Signale, die wir selbst kaum wahrnehmen – unser Pferd aber schon.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Die Herausforderung beim Korrigieren der im Film entdeckten „Fehler“ besteht darin, dass wir sie nicht unmittelbar verändern können, sondern erst in der nächsten Trainingseinheit. Da wir unseren Körper aber ja manchmal anders wahrnehmen, als er tatsächlich nach außen aussieht, ist das manchmal gar keine so einfache Aufgabe.

Hast Du keinen Trainer zur Hand, der Dich unmittelbar korrigieren kann, wenn es hakt, ist es natürlich von Vorteil wenn Du in Deiner Halle oder am Platz einen Spiegel hast. Dieser zeigt Dein unmittelbares Bild, das Du direkt und immer und immer wieder korrigieren kannst.

Wer ist auch noch nicht an einem Spiegel vorbei geritten und hat festgestellt, wie gekrümmt der eigene Rücken doch ist, obwohl er sich ganz gerade angefühlt hat? ?

Körpergefühl vs. Innere Bilder

Unser Körpergefühl lässt uns manchmal nämlich ziemlich im Stich. Vor allem wenn wir uns in unserem Alltag bestimmte Schonhaltungen oder ungesunde Bewegungsmuster antrainiert haben, nehmen wir diese „falsche Körperhaltung“ oft gar nicht mehr wahr. A

Am besten kannst Du Dich selbst testen, wenn Du Dich auf Dein Pferd setzt und Dich im Schritt oder im Trab mal ganz bewusst gerade und aufrecht hinsetzt. Du wirst feststellen, dass Du in den meisten Fällen eine leichte (oder stärkere) Tendenz nach vorne oder hinten hast – die sich aber nicht so anfühlt wie sie aussieht.

Bestimmte „Innere Bilder“ helfen uns dabei, unseren Körper korrekter zu halten. Wer schon mal in den Bereich Tanz geschnuppert hat, wird folgendes Bild kennen: Man soll sich vorstellen, dass an der Mitte des Kopfes ein Faden befestigt ist, der einen gen Himmel zieht.

Dieses Bild sorgt dafür, dass man sich aufrichtet: Und lässt einen dabei weniger verkrampfen als ein einfaches „Rücken gerade“.

„Innere Bilder“ wie dieses gibt es zuhauf. Und doch ist es damit natürlich nicht getan. Denn auch unsere „unterbewussten inneren Bilder“ steuern den Erfolg oder Misserfolg unseres Trainings. Für mich waren diese „Inneren Bilder“ früher tatsächlich der Schlüssel, der mein Pferdetraining auf ein neues Level gehoben hat. Denn meine innere Einstellung, meine Emotionen beeinträchtigen unsere sensiblen Pferde immer – entweder positiv oder negativ.

Was innere Bilder bewirken können

Für Pferde als Fluchttiere war es überlebenswichtig feine Antennen zu haben. So konnten sie direkt wahrnehmen, wenn eines der Herdenmitglieder nervös wurde – meistens ein Zeichen dafür, dass sich von irgendwoher ein Raubtier näherte oder schon im Busch lauerte. Und natürlich funktionieren Pferde heute noch immer ähnlich!

Bist Du nun in Gegenwart Deines Pferdes gestresst – sei es von der Schule, dem Tag im Büro oder Familienstreitigkeiten – nimmt Dein Pferd das wahr. Es wird nun unweigerlich mit Deiner Nervosität angesteckt, weil „sein Leittier“ (also Du) Stress hat und es den Auslöser dafür nicht finden kann.

Stress ist aber ein schlechter Ratgeber für eine entspannte Lernatmosphäre, was unweigerlich dazu führt, dass ihr Euer volles Potential niemals ausschöpfen könnt.

Gehst Du hingegen mit einem positiven Gefühl ins Training und freust Dich über jeden richtigen Schritt Deines Pferdes werdet ihr viel schneller und öfter Erfolgserlebnisse verbuchen können!

In meinem Video erzähle ich Dir kurz, was Du tun kannst, um mit einem positiveren Gefühl an das Training zu gehen.

 

Denk einfach immer daran: Es ist ein riesiges Geschenk, dass sich dieses große Fluchttier Dir anschließt und versucht Dich zu verstehen. Deshalb darfst Du Dich auch jeden Tag über jeden Schritt in die von Dir gewünschte Richtung freuen – denn das ist nicht selbstverständlich! Allein unsere Erwartungen sind viel zu oft der Auslöser für Frust, doch das muss nicht so sein.

Jedes Pferd hat andere Talente. Gib Dich mit dem zufrieden was Dein Pferd Dir geben kann und achte darauf, was es körperlich und mental leisten kann.

Versuch Dich außerdem als Mensch anzupassen und auf Dein Pferd einzustellen – dann wird auch Eure gemeinsame Zeit nicht von enttäuschten Erwartungen frustriert, sondern viel positiver und damit erfolgreicher und schöner sein ?

Denk einfach daran: Alle Dinge brauchen Zeit – manche mehr, und manche weniger!

Alles Liebe,

Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG

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