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Mehr Glücksmomente mit deinem Pferd bei der Freiheitsdressur

Heute möchte ich dir nur kurz vor Augen rufen, wie glücklich wir uns schätzen können, Pferde in unserem Leben zu haben.

Diese wunderbaren und so unfassbar schönen Wesen, die uns mit ihrem Charakter verzaubern (oder ab und an in Verzweiflung stürzen 😀 ) und uns so wahnsinnig viel über uns selbst beibringen.

Pferde sind die besten Lehrer, wenn es darum geht ganz im Moment zu sein.

Nicht über Gestern oder Morgen nachzudenken, nicht an den schlecht gelaunten Chef, das Chaos Zuhause oder die noch offenen ToDos zu denken, sondern einfach den Augenblick jetzt so zu nehmen wie er ist – und vor allem ihn zu genießen!

Sie sind unsere Lehrer, wenn es darum geht uns selbst zu reflektieren!

Etwas funktioniert nicht? Dann ist das Pferd schon mal nicht schuld!

Denn unsere Aufgabe besteht darin, die Frage so zu stellen, dass das Pferd leicht die richtige Antwort geben kann. Und wenn mir die Antwort noch nicht gefällt, ist es an mir zu überlegen, wie ich die Frage anders stellen kann.

Wie ich dem Pferd besser erklären kann, was ich mir von ihm wünsche – und wie ich dieses Verhalten durch richtiges Loben im perfekten Moment auch lohnenswert machen kann. Schließlich geht es darum, dass wir es schaffen, dass das Pferd uns versteht!

Pferde sind unsere Lehrmeister, rund ums Thema Kommunikation.

Wie viel ist wirklich nötig, dass uns unser Gegenüber versteht? Sind wir uns unserer Körpersprache bewusst? Senden wir die richtigen Signale aus? Und treffen wir mit unserer Stimmlage, den Worten und Verhaltensweise den richtigen Ton? Sind wir in der passenden Emotion für diese Kommunikation? Oder belastet uns etwas, mit dem wir unser Gegenüber unbewusst konfrontieren?

Freiheitsdressur – der Schlüssel zu mehr Glücksmomenten

In der Freiheitsdressur ist es nicht unser Ziel frei ohne Halfter und Strick mit dem Pferd zu arbeiten. Es ist unser Ziel, eine Verbindung zu schaffen, die kein Seil mehr braucht, um Bestand zu haben. Die uns den Spielraum und das Vertrauen gibt, dass wir keine Sicherung mehr brauchen, um miteinander zu tanzen. (Den Zaun aussenherum bitte trotzdem 😉 )

Das schaffen wir vor allem durch bewusste Kommunikation. Denn nur wenn wir wissen, wie ein Pferd tickt, wie es sich in der Herde verständigt und was ihm wichtig ist, können wir der Partner für unser Pferd sein, den es braucht.

Doch was bedeutet das nun konkret?

Was sich dein Pferd von dir wünscht

Als Erstes müssen alle grundlegenden Bedürfnisse deines Pferdes gedeckt sein. Das bedeutet: Es muss jederzeit Zugang zu Wasser, ausreichend Nahrung, genügend freie Bewegung, Sozialpartner sowie Schlaf haben. 

Sind all diese Bedürfnisse erfüllt, kann es losgehen mit dem, was du tun kannst, um der Pferdemensch zu sein, den sich dein Pferd wünscht.

Der wichtigste Punkt direkt vorneweg: Sicherheit & Schutz bieten.

Denn als Flucht- und Herdentier ist das Überleben für dein Pferd instinktiv davon abhängig, wie gut das Leittier Gefahren einschätzen und ggf. auch abwenden kann. Wenn es sich irrt, bezahlen die Herdenmitglieder das im schlimmsten Fall mit dem Leben.

Da unseren Pferden die Evolution aber leider nicht zwingend verraten hat, dass kein Säbelzahntiger mehr hinter der nächsten Ecke lauert, müssen wir ihnen das Gefühl geben, dass wir ihnen den Schutz bieten, den sie brauchen – und dass es sich „keine Sorgen machen“ muss.

Dazu gehört dann auch, dass du Grenzen setzt.

Schließlich wäre im Galopp auf die Straße nicht sehr sicher für dein Pferd. Du bist also auch dafür verantwortlich, dass diese Grenzen eingehalten werden.

Im besten Fall so konsequent wie möglich: Denn Verlässlichkeit sorgt wiederum für Sicherheit bei deinem Pferd.

So kann es dich in jedem Moment einschätzen und lernt, dass eure Spielregeln immer gelten – und es sich auf dich und diese „Regeln“ verlassen kann.

Darüber hinaus brauchen Pferde in jeder Herde „eine Aufgabe“. Und die kannst du deinem Pferd geben!

Euer gemeinsames Training kann – richtig umgesetzt – für dein Pferd in seinem Leben eine absolute Bereicherung sein. Der Schlüssel dazu ist wohl Kleinschrittigkeit & ganz viel Lob! Fairness, Timing und Verständnis immer vorausgesetzt 😉

Versuch dein Training für dein Pferd zu der Bereicherung zu machen, die es dafür „entschädigt“ seine Freiheit eingetauscht zu haben – und damit eine Aufgabe zu finden, die deinem Pferd wirklich auch Spaß macht!

Gestehe deinem Pferd außerdem zu, Rückschritte & Fehler zu machen.

Nicht jeder Tag ist gleich. Nicht immer sind die Außenreize gleich. 

Und vielleicht sind auch die Signale, die du gibst, nicht immer genau gleich – auch wenn sie das sein sollten. Das gehört dazu – und kann dafür sorgen, dass eure Verbindung noch enger wird.

Denn dein Pferd weiß es zu schätzen, wenn es sich nicht nur in schwierigen Situation sondern auch bei schwierigen Trainingsschritten immer auf dich verlassen kann. Herausforderungen können also der größte Gewinn für eure Beziehung sein!

Das bedeutet: Negative Emotionen haben im Pferdetraining nichts verloren.

Deine Freude darfst du natürlich gern mit deinem Pferd teilen, deinen Frust jedoch nicht. Schließlich will dein Pferd dich nicht bewusst ärgern, ganz egal was für unerwünschtes Verhalten es an den Tag legt.

Vielleicht hat es schlechte Erfahrungen gemacht oder gelernt, dass sich dieses Verhalten lohnt. Überlege deshalb immer, wie du das gewünschte Verhalten als lohnenswertere Alternative etablieren kannst – und verzweifle nicht.

Dein Pferd meint es nicht persönlich, selbst wenn es dich daran erinnert, was du im Training, deiner Körpersprache, deinem Timing, usw. noch verbessern kannst 😉 

Sind all diese Punkte erfüllt, bewegen wir uns auch am Seil schon in Richtung Freiheitsdressur!

Was ist Freiheitsdressur nun?

Freiheitsdressur ist nämlich viel mehr als nur „frei mit dem Pferd“ arbeiten. Für mich gehört so viel mehr dazu!

So viel Hintergrundwissen, Verständnis und Gefühl, dass eure Beziehung wirklich ein festes Fundament bekommt – auf das ihr dann auch in allen anderen Sparten der Reiterei aufbauen könnt.

Freiheitsdressur oder besser gesagt diese Lebenseinstellung ist für mich die Basis in der Arbeit mit den Pferden – und ich hoffe, dass ich dir meine Begeisterung darüber heute etwas nochmal etwas näher bringen konnte. 

Freiheitsdressur ist kein verrückter Pferdemädchen-Traum – sie ist gelebtes Wissen von dem vor allem unsere Pferde profitieren, aber am Ende natürlich auch wir selbst: Weil es immer öfter diese Glücksmomente gibt, in denen man sich blind versteht.

Momente, in denen man sich vertrauensvoll auf den anderen verlassen kann, ganz egal wie schwierig die Umstände oder die Situation vielleicht gerade sind. 

In diesem Sinne alles Liebe,

Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG