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Warum Gefühl und Intuition eine wertvolle Rolle in deinem Pferdetraining spielen sollten

Wie du hoffentlich jede Woche aus meinen Zeilen herauslesen kannst, freut es mich wahnsinnig, dass du dich für die Freiheitsdressur – und damit eine unsichtbare und vertrauensvolle Bindung zu deinem Pferd – interessierst. Doch wie du vielleicht auch schon gemerkt hast, möchte ich dir in meinem Blog noch so viel mehr als bloße Technik vermitteln!

Der Fluch der Technik im Pferdetraining

Auch ich gebe dir hier ja immer wieder Techniken an die Hand, wie du mit deinem Pferd trainieren kannst. Dass jedes Pferd dabei ganz unterschiedlich ist, versuche ich zwar immer wieder durchklingen zu lassen, und doch bemühe ich mich dir einen möglichst “allgemeingültigen” Weg zu zeigen.

Doch dieser – mein – “Weg” lebt davon, dass du dein Pferd eben nicht nach Schema F trainierst, sondern auf dein Pferd achtest.

Und auf deine Intuition hörst.

Denn dein Gefühl ist im Zweifelsfall immer richtig – Schema F des Pferdetrainings aber nicht. Denn du bringst ja deine ganz eigene Persönlichkeit in deine Arbeit mit den Pferden mit, deine eigenen Erfahrungen, deine eigene Art dich zu bewegen, dein persönliches Gefühl für Timing und deinen ganz eigenen Blick auf die Welt. Und dann ist da auch noch dein Pferd mit seiner ganz eigenen Persönlichkeit!

Intuition – was ist das?

Im Alltag haben wir Menschen es heutzutage aber leider oft verlernt, auf unser Bauchgefühl zu hören und entsprechend zu handeln. Wir denken oft zu viel nach, zerdenken Situationen in denen wir eigentlich sofort hätten reagieren müssen.

Intuition ist also das Gefühl, das uns sagt, was wir tun sollten – was sich richtig anfühlt. Es ist eine Art “Erleuchtung”, die uns den Weg weist – wenn wir auf sie hören.

Doch ob wir auf sie hören, ist wohl vor allem eine Frage des Selbstbewusstseins.

Denn nur wenn du darauf vertraust, dass du die richtigen Entscheidungen für dich und dein Pferd treffen wirst, wirst du überhaupt dieses Bauchgefühl wahrnehmen und eine Entscheidung treffen können.

Und Entscheidungen schnell zu treffen ist essentiell! Schließlich kommt es im Pferdetraining oft auf den Bruchteil einer Sekunde an, ob dein Pferd positives wie negatives Verhalten wieder oder nie mehr zeigt – und vor allem, ob es dich und deine Wünsche versteht.

Doch wie bekommst du nun dieses Selbstbewusstsein Entscheidungen zu treffen?

Alles in allem hilft nur: Machen. Aber das ist oft ja gar nicht so leicht… Wir haben Angst Fehler zu machen, unserem Pferd etwas falsches beizubringen oder es gar komplett zu verderben. Doch ich kann dich beruhigen!

Denn wir alle machen Fehler – auch wenn wir natürlich versuchen, jeden Moment unser Bestes zu geben!

Und das ist nicht schlimm, auch wenn das natürlich keine Entschuldigung dafür sein soll, dein Pferd schlecht oder gar unfair zu behandeln. Doch die Angst vor Fehlern schränkt uns ein und lässt uns kein selbstbewusster Partner für unser Pferd sein, der ihm die Sicherheit schenkt, die es braucht.

Wirf also deine Zweifel über Bord und mach dir als erstes bewusst, dass Fehler zum Training dazu gehören.

Doch unsere Pferde sind lernfähig und flexibel – und in den meisten Fällen wunderbar geduldige Lehrer, die uns auch unsere Fehler verzeihen. Denn das gibt dir den ersten Impuls, wirklich authentisch nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln – und nicht nur nach Schema F.

Der zweite Schritt um dein Selbstbewusstsein zu stärken ist – Überraschung 😉 – deine Körperhaltung. Wir haben schon viel über unsere Körpersprache gesprochen, doch noch nie darüber, dass unsere Körpersprache nicht nur unser Pferd beeinflusst, sondern auch wie wir uns fühlen.

Mit hängenden Schultern, eingezogenem Genick und schlurfenden Schritten wirst du also nicht nur dein Pferd nicht davon überzeugen, dass du der perfekte Leader bist, sondern auch dich selbst. So kannst du keine festen und guten Entscheidungen treffen!

Richte dich also auf, als würde dich ein unsichtbarer Faden in der Mitte deines Kopfes nach oben Richtung Himmel ziehen.

Spüre in dich hinein, wie sich deine Wirbelsäule groß und gerade macht – an diesem Faden entlang nach oben. Lass deine Schultern locker hängen und bewege sie kreisend nach hinten. Spürst du, wie du plötzlich viel tiefer und freier atmen kannst? Auch dein Pferd wird diese Veränderung spüren. Du kannst es direkt ausprobieren 😉

Und dann sorge dafür, dass du nicht mehr länger dein größter Kritiker in deinen Gedanken wohnt, sondern dein größter Fan!

Oft reden wir mit uns, wie keine Freundin jemals mit uns reden würde. Wir machen uns selbst fertig, kritisieren das, was wir tun und reden uns schlecht. Rede dich lieber gut! So wie du auch mit einer Freundin reden würdest!

Natürlich ist Selbstreflexion auch beim Training mit unseren Pferden richtig und wichtig!

Und trotzdem sollten wir mit uns selbst nicht zu streng sein, vorausgesetzt wir arbeiten immer wieder daran, die beste Version von uns selbst zu werden – für unser Pferd.

Zerbrich dir nicht den Kopf über “Was hätte / könnte / wäre, wenn…”, sondern sei einfach mit deinem Pferd im Moment. Schließlich kann man nicht zwei Pferde mit einem Hintern reiten 😉 Und das gilt auch für die Freiheitsdressur, wenn du verstehst, worauf ich hinaus will!

In meinem Video mit Linda Tellington-Jones versuche ich dir heute einen kleinen Einblick zu geben, wie wertvoll Gefühl und Intuition im Pferdetraining sind. Ich zeige dir einen Ausschnitt auf meiner Arbeit und der von Linda – und du wirst sehen, wie viel Ruhe und Kraft in ganz bewussten Berührungen und dem TTouch liegen können.

 

Mein Wunsch zum Abschluss

Ich wünsche mir deshalb, dass du dir nach dem Lesen dieses Blogbeitrages nun mal die Zeit nimmst, ganz bewusst in dich hineinzuhören.

Und herauszufinden, was sich für dich und dein Pferd gut und richtig anfühlt.

Die Freiheitsdressur ist wirklich ganz viel Gefühl, Persönlichkeit und Vertrauen – und dazu gehört einfach noch mehr als Technik. Und es war mir wichtig, dass noch einmal so deutlich anzusprechen.

Alle Technik nützt nichts, wenn du dein Pferd nicht wahrnimmst – und ganz individuell auf seine Ideen und Aktionen reagierst.

Schließlich soll die Freiheitsdressur eine Kommunikation zwischen dir und deinem Pferd ermöglichen: Und deinem Pferd die Chance geben, das Training mitzugestalten. Dann kommen Motivation und Leichtigkeit bald von ganz alleine 😉

In diesem Sinne viel Spaß beim in dich hinein horchen!

Alles Liebe

Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

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