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Was man beim Reiten nicht sieht – und warum es so wichtig ist

Wenn man mich mit meinen Pferden reiten sieht, wirkt vieles oft ganz einfach. Kleine Hilfen reichen aus, um die Richtung zu ändern, das Tempo zu regulieren oder eine neue Lektion einzuleiten. Manchmal braucht es dafür kaum mehr als eine Gewichtsverlagerung oder ein Stimmkommando.

Was man dabei nicht sieht, ist der Weg dorthin. Denn auch wenn vieles heute ganz selbstverständlich aussieht, haben wir uns diese feine Kommunikation über viele kleine Schritte gemeinsam erarbeitet.

Und genau deshalb gehe ich im Training immer wieder zurück zu den Grundlagen. Auch mit meinen erfahrenen Pferden.

Unser Körper spricht immer mit

Beim Reiten kommunizieren wir nicht nur über Zügel und Schenkel mit unserem Pferd. Unser gesamter Körper ist daran beteiligt – sowie bei der Freiheitsdressur übrigens auch.

Wie wir sitzen, wohin wir schauen, wie wir unser Gewicht verteilen und ob wir selbst im Gleichgewicht sind, beeinflusst, wie sich unser Pferd unter uns bewegt.

Das Spannende daran ist, dass wir viele dieser Signale gar nicht bewusst geben.

Vielleicht möchtest du nach rechts abwenden, verlagerst dabei aber unbewusst dein Gewicht in die andere Richtung. Oder du möchtest langsamer werden, bleibst mit deinem Körper aber angespannt und gibst dadurch widersprüchliche Signale.

Für uns sind das oft Kleinigkeiten. Für unsere Pferde können solche Signale aber verwirrend sein.

Deshalb ist es mir wichtig, dass wir zunächst lernen, unseren eigenen Körper besser wahrzunehmen und bewusst einzusetzen.

Warum ich immer wieder bei den Grundlagen beginne

Viele Reiter wünschen sich, irgendwann mit möglichst feinen Hilfen zu reiten. Vielleicht sogar ganz ohne Zügel, nur mit Halsring oder frei auf dem Pferderücken.

Ich kann diesen Wunsch gut verstehen. Es ist ein wunderschönes Gefühl, wenn man merkt, wie wenig es braucht, um sich mit seinem Pferd zu verständigen.

Aber dafür müssen die Grundlagen stimmen: Ein Pferd kann nur auf eine feine Hilfe reagieren, wenn es gelernt hat, was diese bedeutet. Und wir können nur dann fein kommunizieren, wenn wir unsere eigenen Hilfen kontrolliert und eindeutig geben.

Deshalb beschäftige ich mich auch mit fortgeschrittenen Pferden regelmäßig mit einfachen Dingen: Anhalten, Antreten, Richtungswechsel und Übergänge.

Dabei schaue ich vor allem darauf, wie gut unsere Verständigung funktioniert. Reagiert mein Pferd auf eine kleine Hilfe? Bleibt es dabei ausbalanciert? Kann ich meine Hilfe vielleicht noch etwas reduzieren?

Gerade bei diesen scheinbar einfachen Übungen merkt man häufig, woran wir noch arbeiten können.

Weniger Hilfen bedeuten nicht weniger Vorbereitung

Wenn du dir dieses Video ansiehst, achte einmal darauf, wie ich mit meinem Körper arbeite. Vieles passiert über kleine Bewegungen, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht wahrnimmt.

Diese Verständigung entsteht aber nicht von allein. Wir haben die einzelnen Signale gemeinsam erarbeitet und mit der Zeit immer weiter verfeinert.

Anfangs braucht ein Pferd vielleicht noch eine deutlichere Unterstützung. Sobald es die Aufgabe sicher versteht, können wir unsere Hilfen nach und nach reduzieren.

Wichtig ist dabei, dass das Pferd nicht nur versteht, was wir von ihm möchten, sondern auch körperlich in der Lage ist, es umzusetzen.

Ein kleiner Impuls für dein nächstes Training

Du musst dafür keine neue Lektion lernen. Nimm dir einfach eine Übung, die du und dein Pferd bereits gut beherrscht, zum Beispiel einen Übergang vom Schritt zum Halt.

Achte dabei einmal bewusst auf deinen Körper. Wie verändert sich dein Sitz? Was passiert mit deiner Atmung? Wie setzt du deine Gewichts- und Schenkelhilfen ein?

Versuche anschließend, deine Hilfen etwas feiner zu geben, und beobachte, wie dein Pferd darauf reagiert.

Es geht nicht darum, dass sofort alles perfekt funktioniert. Viel wichtiger ist, dass du ein besseres Gefühl für deine eigenen Bewegungen und deren Wirkung auf dein Pferd entwickelst.

Manchmal sind es kleine Gewohnheiten, die wir selbst gar nicht mehr bemerken.

Auch ich entdecke in der Arbeit mit meinen Pferden immer wieder Dinge, die ich verbessern kann. Jedes Pferd reagiert anders, und nicht jeder Trainingstag verläuft gleich.

Für mich sind die Grundlagen deshalb nichts, was man irgendwann abgeschlossen hat. Sie begleiten uns durch die gesamte Ausbildung.

Und oft freue ich mich über eine besonders fein gelungene Hilfe genauso sehr wie über eine neue Lektion.

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG

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