fbpx

Die stehende Passage – so baust Du diese Lektion auf

Je kälter es wird, desto motivierter die Pferde, oder? ?

Heute möchte ich dir wieder etwas Input im Bereich Zirkuslektionen geben.

Die sogenannte „Stehende Passage“ gefällt euch nämlich immer sehr gut und heute verrate ich euch, wie ihr mit dem Training beginnen könnt.

Das Wichtigste zu Beginn

Für diese Übung ist es natürlich – wie für das jede Lektion! – wichtig, dass dein Pferd gut aufgewärmt ist.

Die „stehende Passage“ ist nämlich ein kleiner Sprung von einem Vorderbein auf das andere Vorderbein. Die Sehnen und Gelenke sollten um Verletzungen vorzubeugen dabei also keinen Kaltstart hinlegen.

Für die stehende Passage ist es dann am besten, wenn du dir eine Ecke suchst, in die du das Pferd rückwärts stellen kannst. So kann es nicht nach hinten ausweichen und ist auch seitlich etwas begrenzt, sodass es ihm leichter fällt zu verstehen, was du dir von ihm wünschst.

Kann dein Pferd den spanischen Schritt ist es außerdem wichtig, dass du einen anderen Punkt an seinem Bein mit der Gerte touchierst, um dein Pferd nicht durcheinander zu bringen.

Außerdem solltest du dich so weit weg stellen, dass dein Pferd dich mit seinem Vorderbein nicht treffen kann, falls es doch den spanischen Schritt macht und nicht sofort die richtigen Ansätze zur stehenden Passage zeigt.

Der erste Schritt

Steht dein Pferd nun in der Ecke, stellst du dich leicht versetzt mit genügend Abstand vor dein Pferd und touchierst ein Vorderbein. Ich touchiere das Bein recht tief, da ich im Gegensatz zum spanischen Schritt keine hohe Bewegung nach vorne auslösen möchte, sondern nur ein „nach hinten klappen“ das Beins. 

Ungefähr auf Höhe des Fesselgelenks oder ein Stück darüber ist als Berührungspunkt mit der Gerte deshalb meiner Meinung nach am besten geeignet.

Hast du diesen Punkt jedoch schon mit einer anderen Übung „belegt“, solltest du dein Pferd nicht verwirren, sondern dir einen anderen Punkt ein Stück höher oder tiefer suchen. 

Denn grundsätzlich gilt, dass wir unseren Pferden an jedem beliebigen Punkt eine beliebige Bewegung beibringen können – sie tun sich nur an manchen Punkten leichter, die Bewegung zu verstehen.

Doch wenn du die erste kleine Reaktion in die richtige Richtung belohnst, wird dein Pferd schnell wieder in die richtige Richtung denken und die Bewegung ausbauen.

Bei den Zirkuslektionen dreht sich schließlich alles darum eine bestimmte Bewegung mit der Zeit Schritt für Schritt „zu formen“ und auszubauen, indem wir jeden Schritt in die richtige Richtung belohnen – und nach und nach ein bisschen länger und auf größere Bewegungen warten, bevor dein Pferd seine Belohnung, seine Pause oder gar sein Leckerli bekommt. 

Nimmt dein Pferd sein Bein eher nach vorne wie beim spanischen Schritt solltest du auf jeden Fall eine Gerte zum Touchieren des Beins nehmen, mit der du weit genug weg stehst, um nicht getroffen zu werden.

Außerdem solltest du dir viel Zeit nehmen und den kleinsten Schritt in die richtige Richtung – also nach hinten – belohnen, um deinem Pferd möglichst schnell zu vermitteln, dass es sich jetzt um eine neue und andere Übung handelt.

Wie es weiter geht

Hat dein Pferd die Übung auf beiden Seiten verstanden und klappt sein Bein links und rechts nach hinten, sobald du den Punkt mit der Gerte touchierst, kannst du nun beide Beine immer abwechselnd öfter hintereinander einklappen zu lassen.

Klappt auch das gut, kannst du nun versuchen über etwas mehr Impulse einen kleinen Sprung heraus zu kitzeln.

Das ist nun eine echte Gratwanderung, denn dein Pferd soll zwar so viel Impuls bekommen, um mehr Energie nach oben aufzuwenden, doch nicht so viel, dass es sich womöglich durch Steigen oder ähnliches versucht zu entziehen oder nervös wird.

Hier sind dein Einfühlungsvermögen, deine Beobachtungsgabe und dein Timing gefragt, um den ersten Sprung heraus zu kitzeln!

Viele Pferde reagieren auch gut darauf, wenn du beide Vorderbeine in einer schnelleren Abfolge touchierst.

Das bedeutet du berührst beispielsweise zuerst das linke Bein und noch während es gehoben ist, berührst du deinen Touchierpunkt am rechten Bein, sodass das Pferd dazu veranlasst wird, die Beine in einem kleinen Sprung zu wechseln.

Diese Bewegung kannst du nun immer weiter ausbauen und formen, bis dein Pferd wirklich flüssig und in einer schönen Haltung von links nach rechts und zurück wechselt.

Damit du dir besser vorstellen kannst, wie diese Übung am Ende aussieht, habe ich dir heute ein kurzes Video mitgebracht in dem ich dir einen Ausschnitt aus meinem Training zeige.

Mit dem Schimmel habe ich gerade erst das Beine heben angefangen. Mit dem Rappen – meinem wundervollen Fideo – feile ich hingegen eher schon an den Sprüngen.

Und zum Schluss zeige ich euch noch Sasou, der die stehende Passage frei und sehr ausdrucksstark beherrscht.

 

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim Üben und viele kreative Ideen, mit denen du dein Pferd weiter beschäftigen kannst! Zirkuslektionen bringen einfach wahnsinnig viel Abwechslung und Spaß in deinen Alltag – für dich und für dein Pferd!

Alles Liebe,

Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG