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Willst Du wissen, wie Du mit mehreren Pferden gleichzeitig Freiheitsdressur übst

Wenn du mehr als ein Pferd hast, ist es natürlich manchmal schön zwei (oder mehr) Pferde gleichzeitig sinnvoll zu beschäftigen.

Eine Variante – das Reiten mit Handpferd – habe ich dir schon in meinem Blog am 13.10.2020 vorgestellt.

Heute möchte ich nochmal einen “Schritt zurück” auf den Boden der Tatsachen gehen und mit dir gemeinsam erarbeiten, wie du mehr als ein Pferd in Sachen Freiheitsdressur trainierst 😉

Freiheitsdressur – die Basics

Um mit zwei Pferden zu arbeiten, sollten natürlich beide bereits einzeln verschiedene Elemente der Freiheitsdressur kennengelernt haben.

Das bedeutet nicht, dass jedes deiner Pferde die ganze Palette an Übungen und Lektionen aus meinen Kursen kennen muss.

Schließlich hat jedes Pferd da seine eigenen Talente und nicht jede Übung liegt jedem Charaktertyp. Doch die Grundlagen der Führübung sowie der Reflexpunkt sollten gut frei funktionieren. 

Wenn dein Pferd frei immer wieder darüber nachdenkt, eigene Wege zu gehen, ist es für die Arbeit mit einem zweiten Pferd auf jeden Fall noch nicht bereit.

Denn zwei Pferde bedeutet, dass du auch deine Aufmerksamkeit aufteilen musst – und jedes Pferd nicht mehr ganz so im Blick hast, wie im Einzeltraining.

Sollte deine Pferd also jede Unachtsamkeit ausnutzen, solltest du noch etwas an eurer Beziehung und der Motivation deines Pferdes arbeiten. 

Wie immer gilt: Je sorgfältiger du an deiner Basis gearbeitet hast, desto leichter wird dir das weitere Training fallen!

Achte deshalb darauf, dass dein Pferd vor allem in der Führposition rechts von dir die “Comfort Position” selbstständig hält – und zwischen Ganasche und Bug immer auf deiner Schulterhöhe bleibt.

Um das zu überprüfen, macht es Sinn, dein Tempo immer wieder zu variieren. Denn so muss dein Pferd mitdenken und sich deiner Geschwindigkeit anpassen.

Das bedeutet auch, dass es – falls es “die Abfahrt” mal verpasst hat und etwas zurück gefallen ist – sofort wieder die Position an deiner Seite sucht.

Am besten auch unter Ablenkung. Denn auch das zweite Pferd wird eine Ablenkung sein.

Los geht’s!

Wenn du es dir beim ersten Mal möglichst leicht machen möchtest, empfiehlt es sich, dass du mit beiden Pferden nicht frisch und voller Energie ins gemeinsame Training startest.

Sie sollen zwar noch konzentriert und motiviert bei der Sache sein können, doch etwas Bewegung im Vorfeld (z.B. in der Führmaschine, auf dem Paddock, an der Longe, etc.) schadet nicht, um die Gemüter etwas zu beruhigen – denn mit der ein oder anderen neuen Regel tun sich manche Pferde etwas schwer 😉

Die oberste Regel

Für Pferde ist es grundsätzlich essentiell, dass die Rangordnung zwischen den Herdenmitgliedern geklärt ist. Nur so kann Ruhe und damit Harmonie einkehren – große Diskussionen kosten das Fluchttier schließlich unnötige Energie.

Doch zu Beginn kann es da ab und an natürlich trotzdem ziemlich heiß hergehen – und das können wir für unser Training nicht gebrauchen.

Einerseits wollen wir die Verletzungsgefahr für Pferd und Mensch natürlich so gering wie möglich halten, andererseits sollen sich die Pferde auf eure gemeinsame Bewegung konzentrieren und nicht auf Kabbeleien untereinander.

Es ist deshalb extrem wichtig, dass deine Position als “Leittier” gegenüber deinen Pferden klar ist, ohne dass du deinen Tanzbereich noch verteidigen musst.

Es ist natürlich leichter, wenn sich die beiden Pferde kennen und mögen – die Freiarbeit kann aber auch mit sich fremden Pferden funktionieren, wenn die Regel: Keine Rangeleien und Diskussionen während des Trainings! für alle Pferde klar ist und genauso akzeptiert wird. Gehe bitte trotzdem kein Risiko ein!

Wenn sich beide Pferde beispielsweise nicht leiden können und du dir unsicher bist, ob du diese Dynamik händeln kannst – mach keine Experimente! 

Deine Pferde spüren deine Zweifel und nutzen diese im Zweifelsfall aus. G

eh also lieber auf Nummer sicher bis du selbst Routine und Übersicht hast und weißt, worauf es ankommt. Vor allem wenn du mit Hengsten oder zickigen Stuten arbeitest ist Vorsicht auf jeden Fall besser als Nachsicht!

Verstehen sich beide Pferde grundsätzlich aber gut und die Basics in der Freiarbeit sind gefestigt, kann es eigentlich auch schon los gehen 😉

Scheue dich zu Beginn nicht, auch giftige Blicke deiner Pferde untereinander zu kommentieren um deine Regel zu festigen. Konsequenz von Anfang an macht dir hier langfristig auf jeden Fall das Leben leichter!

Zwei Pferde doppelte Freude!

Um nun mit der Freiarbeit zu starten, beginnst du am besten auf der linken Hand.

Diese Seite ist für die meisten Pferde intuitiver, da wir fast alles von dieser Seite aus machen und uns hier in der Führposition befinden, die dein Pferd ja schon gut kennt.

Hänge nun das zweite Pferd einfach auf die rechte Seite des ersten Pferdes “mit dran”, sodass beide Pferde immer noch wie gewohnt die Comfort Position halten.

Lobe wie immer am Anfang besonders viel, um jeden Impuls in die richtige Richtung langfristig wirklich auszubauen. Du solltest wie auch im Einzeltraining am Anfang beide Pferde am Seil haben, um einwirken zu können!

Das Handling mit zwei Stricken ist zu Beginn zwar etwas komplizierter, doch daran wirst du dich schnell gewöhnen.

Je konsequenter und sauberer du hier natürlich auch von Anfang an wieder arbeitest, desto schneller werden deine beiden Pferde verstehen, was du dir von ihnen wünschst.

Welches deiner Pferde dabei innen und welches außen läuft, hängt dabei übrigens von ihrem Charakter ab.

Das äußere Pferd hat natürlich zu Beginn den etwas schwereren Part, da eure Verbindung nun etwas weiter ist, und könnte sich von dem inneren Pferd leicht abgedrängt fühlen – vor allem wenn das innere Pferd ranghoch ist.

Doch auch wenn das äußere Pferd das ranghohe ist, könnte das innere Pferd sich schnell bedrängt fühlen. Achte deshalb unbedingt darauf, dass keines der Pferde eine Kabbelei anfängt!

Du kannst natürlich gern auch testen auf welcher Position sich welches Pferd wohler fühlt – anschließend solltest du allerdings feste Positionen für deine Pferde möglichst beibehalten, damit eine Routine entstehen kann, in der sich jedes Pferd wiederfindet. 

Übe am Anfang erst eine Hand und baue vor allem ein sicheres Anhalten und zu dir kommen ein, um einen “Aus-Knopf” für jede mögliche Situation installiert zu haben. 

Anschließend kannst du auch die Hand wechseln. Denke daran, dass am Anfang vor allem nicht das Tempo das Ziel ist, sondern wirklich eine saubere Ausführung.

Des Tempo und die damit eingehende größere Dynamik ist etwas, das dann mit der Zeit kommt. 

Du kannst die Pferde übrigens auch hintereinander statt nebeneinander laufen lassen. Dafür müssen sie sich jedoch auch schon im Einzeltraining etwas von deiner Position gelöst haben und möglichst auch um dich herum zirkeln wenn du still in der Mitte stehen bleibst. 

Im heutigen Video erkläre ich, wie du mit 3 Pferden arbeiten kannst und.

 

Auch gemeinsame Zirkuslektionen wie der spanische Schritt im Gleichtakt können zu dritt übrigens wahnsinnig viel Spaß machen!

Deine Fantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt 😉 Ich hoffe auf jeden Fall, dass ihr jetzt erstmal beim Start ins Training zu dritt ganz viel Spaß habt!

Alles Liebe,

Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG